Die Zeitschrift Landlust besucht uns SmoKÜN Friends bei einem Clubabend.
Die Zeitschrift Landlust zu besuch.

Die Zeitschrift "Landlust" zu Besuch bei den SmoKÜN Friends

Unter Kennern!
Einige haben prüfend die Asche im Blick, andere sind in ein Gespräch mit ihrem Nachbarn vertieft. Im hohenlohischen Künzelsau treffen sich Zigarrenfreunde alle zwei Wochen in einem Nebenzimmer eines Gasthofes. Wäre doch schön, außerhalb der eigenen vier Wände in Ruhe gemeinsam eine gute Zigarre zu rauchen, hatten sich ein paar junge und ältere Gleichgesinnte gedacht. Als
Rettungsinsel im Alltag und zur Pflege kultivierten Müßiggangs.

Immerhin dauert es ein bis zweieinhalb Stunden, bis der Tabak zu Asche wird. Ein bis zwei Züge pro Minute – mehr müssen es nicht sein. Die Runde vergleicht ihre Sinneseindrücke: Lässt sich die Zigarre schwer rauchen, weil sie zu fest gerollt ist? Schmeckt sie würzig oder mild? Welche Aromen entwickeln sich? Bleibt die Asche möglichst lange schön kompakt, was ein Qualitätsmerkmal wäre?
An diesem Abend testen die Herren eine Condal, die Willi Brückbauer von den Kanarischen Inseln mitgebracht hat. Der örtliche Zigarrenhändler, dessen Humidor nur zwei Häuser weiter liegt, versorgt die Runde stets mit interessanten Zigarren. Dazu genießen die Freunde einen Whisky oder einen kräftigen Barrique-Wein. „Für uns ist das eine wunderbare Art der Entspannung und ein Stück Lebensart“, sagt Johannes Hügel. „Je mehr ich weiß, desto leichter kann ich die Qualität einer Zigarre bewerten. Das ist wie beim Wein“, ergänzt Karlheinz Pietsch, der ein kurios verbogenes Exemplar im Mund hat.
Einst erhielten die Arbeiter der kubanischen Manufakturen einen Teil ihres Lohns in Zigarren, um Diebstahl zu verhindern. Je drei Stück wurden zu Zöpfen geflochten. Die deformierten Culebras – auf Spanisch „Schlangen“ – waren für den Weiterverkauf nicht so attraktiv wie die geraden Exemplare. In Deutschland wird dieser Zigarrentyp „krummer Hund“ genannt. Die Zigarrenfreunde lieben das Rätseln. Deshalb freuen sie sich besonders, wenn eine Blindverkostung auf dem Programm steht. Fehlt die Banderole, helfen die Sinne dabei herauszufinden, um welche Zigarre es sich handelt. „Am Aussehen, an der Farbe, am Geschmack, Geruch und Abbrennverhalten versuchen wir, zu bestimmen, aus welchem Land und welcher Manufaktur das Exemplar stammt“, sagt Willi Brückbauer.

Text: Micaela Buchholz

 
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